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deutschen Kolonie und im heutigen Staat Papua-Neuguinea. "Es war eine schwierige Anreise über Chile, Neuseeland, Australien", das
war nicht einer der Hauptreisewege", erzählt die Schwester im Rückblick.
Im Februar hat sie ihr Leitungsamt an eine peruanische Mitschwester abge- geben. Sie hat nicht wieder kandidiert, wie sie es
vor 4 Jahren auch ange- kündigt hatte. "Es ist besser, wenn auch eine einheimische Schwester auch die Leitung hat, wir deutschen Schwestern stehen hinter den Mitschwes- tern, wir stärken ihnen gern den
Rücken", sieht sie die Zukunft der Schwes- tern in Peru. Frei von Verantwortung ist sie gern wieder in Recke. Nach 43 Jahren Dienst in der jungen Kirche Perus. Nach 16 Jahren Leitung einer großen Schule mit
1600 Schülern in Huaraz - vom Kindergarten bis zum Abschluss der höheren Schule hoch oben in den Anden.
Die Schwestern wollen den Frauen ihre
Würde wiedergeben "Wir wollen mithelfen, den Frauen ihre Würde wieder zu geben", so fasst die Schwester den Auftrag ihres
Ordens für heute zusammen. Die Schwestern haben sich entschlossen, sich mit besonderer Aufmerksamkteit sich den Frauen zuzuwenden. "Wir wollten immer mit den Armen Freude und Leid teilen, ihnen helfen,"
erzählt die Missionarin, "wir sehen aber immer mehr, dass die Frauen die Benachteiligten in Peru sind. Unsere Suppenküche, unser Kinderhort, unsere Schulspeisung, unsere Ambulanz, wir bemühen uns , die Frauen
nicht nur zu Almosenempfängern, zu Bittstellern zu machen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst Geld zu verdienen, etwas zu lernen." Mit der Stärkung des Selbstbewusststeins der Mädchen begänne es,
mit der Ausbildung auch der jungen Frauen müsse es weitergehen, mit der Kinderbetreuung für die jungen Mütter, die von ihren Männern verlassen worden seien, setze sich die Arbeit fort. "Lima hat 8 Mill.
Einwohner, unser Dienst ist insbesondere gefragt in den Vorstädten , bei denen, die am Rande stehen. Lima ist auf den ständigen Zuzug aus dem Andenhochland gar nicht vorbereitet."
Schwester Virgina bedankt sich für die Spenden für Peru und die Hilfe für Satu Mare/Rumänien Schwester Virgina bedankt sich für alle Unterstützung der Arbeit der Schwestern aus der Heimat. Als Oberin sei sie auch für ihre Mitschwestern Hanni Rolfes und Anna
Dieckmann in Rumänien zuständig gewesen. Die Hilfe aus Recke erreiche dort wirklich die Armen. Die Caritas-Arbeit in Satu Mare, in die die Mitschwestern eingebunden seien, wäre ein Segen für die Menschen. "Den
Kinder und insbesondere die behinderten Kinder und Jugendlichen kommt es unvorstellbar zu Gute!", lobt Schwester Virgina die Arbeit in Rumänien.
Mehr als vier Jahrzehnte Einsatz für die Armen, Kampf
gegen Krankheit und Unwissenheit. Die Schwester wird in Recke immer wieder gefragt, ob sie immer noch um Spenden bitten müsse. In dem Moment kommt Entschlossenheit in ihre Stimme: "Ja, ein Ende der Not der
Menschen ist noch nicht abzusehen!" Es gäbe Krankheit, Unglück und Erdbeben. Da sei die christliche Nächstenliebe gefordert. Es gäbe aber auch die Bedingungen, für die die Menschen nichts könnten.
"Die ausgebeuteten Länder der südlichen Welthalbkugel werden es nie allein schaffen. Die derzeitige Weltordnung macht den Unterschied zwischen Nord und Süd eher immer noch größer!" Auch deshalb seien die
Christen immer neu gefordert.
Dass sie sich den aus Peru geflohenen ehemaligen Präsidenten Fujimoro zur Rechenschaft aus Japan zurückgeholt haben möchte, das sagt sie ganz offen. Dass es sie ärgert, dass er
reich in Japan in Ruhe leben kann, das sagt sie ganz entschieden. Fujimoro sei erst nach seiner Flucht aus Peru über Nacht ein geborener Japaner geworden. Niemand würde Peru dabei helfen, ihn oder zumindestens etwas
von dem Geld zurückzuholen.
Ob sich die Arbeit der Schwestern gelohnt hat, ob die Schwestern nicht wieder von vorne anfangen müssten, das würde man sie in Recke fragen. Darauf hätte sie nur geantwortet:
"Als ich nach 16 Jahren als Schulleiterin verabschiedet wurde, sagte eine einfache Indiofrau zu mir: Schwester, Sie haben Freude und Leid mit uns geteilt, danke!" Ein solch schlichtes Wort einer einfachen
Frau - das sei Antwort genug. Schwester Virgina Overberg - mehr als 40 Jahre im Dienst für die Menschen, die am Rande leben.
Bericht und Foto: Dr. Norbert Hecker
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