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Neuer Dionysius-Kirchenführer
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Der von Johann Heinrich König geschaffene Rokoko-Hochaltar auf
der einen Seite, die moderne künstlerische Handschrift von Egbert Verbeek auf der anderen - die Recker Pfarrkirche St. Dionysius ist eine Synthese sehr verschiedener stilistischer Elemente, die jedoch miteinander
harmonieren.
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In der St.-Dionysius-Pfarrkirche gibt es nach der Umgestaltung und Renovierung viel Neues zu entdecken. Bei einem Rundgang durch das
Gotteshaus kann man dazu nun den Kirchenführer mitnehmen, wozu (v.r.) Pastor Ludger Jonas, Alfons Ostendorf und Klaus Pöppmann bei der Präsentation des Heftchens einladen. (Foto: Jan-Herm Janßen).
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Wie das gelingt, erläutert der neue "Kirchenführer Sankt Dionysius Recke". Es habe immer wieder Anfragen gegeben, den von Pastor
Werner Heukamp verfassten Kirchenführer neu aufzulegen, berichtet Pastor Ludger Jonas. Die Umgestaltung und Renovierung der 1955 geweihten Pfarrkirche bis zum Jubiläum 2005 habe dann den Anlass dazu geboten. Klar
war, dass dafür eine völlig neue Darstellung nötig wurde.
Gut zwei Jahre hat sich der pensionierte Gymnasiallehrer Klaus Pöppmann dieser Aufgabe gewidmet und mit seiner Frau Sylvia die Texte geschrieben.
"Herr Pöppmann hat mit sehr viel Mühe und Fleiß die Fakten zusammen- getragen. Ich finde das Werk sehr gelungen", urteilt Pastor Jonas über das Ergebnis. Der so Gelobte wiegelt ab und verweist auf die
früheren Veröffentlichungen anderer Autoren, darunter von Pfarrer Heukamp und der Sonderausgabe "800 Jahre Recke" der Ibbenbürener Volkszeitung von 1989, die er herangezogen hat.
Lebendig werden die
Beschreibungen zu Hochaltar, Bildern und Skulpturen wie der Strahlenmadonna im Kirchenzentrum oder den Fenstern durch die gelungenen Farbbilder von Alfons Ostendorf. "Ich fotografiere immer lieber das, was
stillhält", sagt der Recker Hobby-Fotograf über seine Motivwahl. Er hatte schon die Kirchenrenovierung mit Vorher-Nachher-Aufnahmen dokumentiert und für den Kalender der Kolpingsfamilie insgesamt 100 Fotos
geschossen. Ein Fundus, aus dem man nun für den Kirchenführer schöpfen konnte.
Das 28 Seiten starke handliche und in einfacher, klarer Sprache gehaltene Heftchen erschließt den Kirchraum dabei nicht nur
aus kunsthistorischer Sicht, wie Dechant Jonas betont. Eingestreut sind kurze Erläuterungen zu den theologischen Hintergründen der einzelnen Ausstattungsgegenstände, zum Beispiel dazu, was Taufe oder die
Verehrung der Gottesmutter Maria bedeuten. Auf diese Weise erschließt sich der Kirchenraum auch Nicht- Christen, lässt ihn als liturgischen Raum verstehen und führt den Leser zum Glauben hin. "So ist dieser
Kirchenführer auch ein wenig katechetisch", erläutert Pastor Jonas.
Der Kirchenführer ermöglicht auch, Details besser zu erkennen, so zum Beispiel das Bild im Hochaltar, das von unten betrachtet
immer sehr dunkel erscheint, in Ostendorfs Aufnahme jedoch klar und fein aufleuchtet. "Das Bild habe ich noch nie so deutlich gesehen", freut sich Pöppmann über den Anblick.
Aber Pöppmann und Ostendorf
beschränken ihren Blick nicht nur auf die neue St.-Dionysius-Pfarrkirche, sondern beziehen die evangelische Kirche mit ein. Auch auf die Spuren der in alle Winde zerstreuten Ausstattung der alten katholischen
Kirche, dem heutigen Dio-Jugendheim, haben sie sich begeben. So suchten sie die beiden Beichtstühle in der St.-Johannes- Kirche in Sassenberg auf, den Orgelprospekt in St. Bernhard in Gravenhorst und die Kanzel
im Franziskanerkloster Warendorf. "Das war ganz lustig", erzählen Pöppmann und Ostendorf. Denn die Kirche in Warendorf war soeben aufgegeben worden und es bereitete einige
Mühen, überhaupt dort hineinzukommen.
Darüber hinaus steuerte Helmut Leßel ein Foto des Seitenaltars bei, der heute schön restauriert im bischöflichen Offizialat in Vechta steht. Zum Verbleib des
zweiten Seitenaltars konnte Pöppmann indes nichts herausfinden: "Da ist mir keine Spur aufgekommen. Ich denke, der ist entsorgt worden."
Der Kirchenführer ist in einer Auflage von 800 Exemplaren bei
Moorkamp gedruckt worden und liegt nun im Schriftenstand der Pfarrkirche aus, wo er für eine Kirchenbesichtigung ausgeliehen werden kann. Man kann ihn dort oder im Pfarrbüro aber auch zum Preis für 3,00 €
erwerben.
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Ein Kunstwerk gibt dem akribischen Kirchenerkunder Klaus Pöppmann und seinem Mitstreiter Alfons Ostendorf noch Rätsel auf: Was
hat es mit dem großformatigen Ölgemälde auf sich, das angeblich von dem berühmten deutschen Maler Andreas Achenbach (1815 bis 1910) stammen soll?
Pöppmann ist einigermaßen ratlos, denn im
Archiv der Recker Pfarrgemeinde sind dazu nach seinem Kenntnisstand keine Unterlagen zu finden. Und doch ist das Bild weit über Recke hinaus bekannt, wie der pensionierte Gymnasiallehrer erzählt.
So habe ein Bekannter, der heute als Lehrer in Mettingen arbeitet, die St.-Dionysius-Pfarrkirche nach der Renovierung und Umgestaltung einmal wieder einmal angesehen und hinterher zu ihm gesagt:
"Nur eine Sache hatte ich vermisst: Wo ist das Bild von Achenbach?" Er sei zunächst überfragt gewesen, berichtet Pöppmann. Hängt das Bild doch seit einigen Jahren nicht mehr in der Kirche.
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Im Zuge seiner Recherchen ist Pöppmann aber schließlich im Fundus der Pfarrkirche fündig geworden. Dort war das Ölgemälde, das früher
im hinteren Kirchenschiff hing, im Zuge der Renovierung des Gotteshauses eingelagert worden.
Das Gemälde zeigt eine im Stil der Renaissance gekleidete Bischofsgestalt mit Bischofsstab, Heiligenschein und
Märtyrerpalme, die im Zentrum des Bildes auf einem kleinen Hügel steht und mit der rechten Hand in Richtung eines Kirchengebäudes im Hintergrund deutet. "Ein typisches Kirchenstiftungsbild" , so Pöppmann.
Bei dem mittelalten, energisch gen Himmel blickenden Mann mit Bart könnte es sich um eine Darstellung des heiligen Dionysius handeln, mutmaßt Pöppmann.
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Am unteren linken Bildrand leuchtet deutlich lesbar die Signatur "A. Achenbach 1850" .
(Foto: Jan-Herm Janßen)
Eine in Recke bekannte Erklärung, wie das Bild in die Pfarrkirche gekommen ist, besage,
dass Achenbach Beziehungen in unsere Region hatte und seine Frau aus Recke stammte, erzählt Pöppmann. Weil das Ehepaar sehr spät doch noch ein Kind bekam, habe Achenbach zum Dank das Bild gemalt und der
Kirchengemeinde geschenkt. Dazu passt, dass in der Krümme des Bischofsstabs die Taufe Jesu dargestellt ist. Doch es ist wohl eine Geschichte, die zu schön ist, um wahr zu sein.
Denn abgesehen davon, dass der Landschaftsmaler Andreas Achenbach nicht für kirchliche Motive bekannt ist, existieren zahlreiche
Fälschungen. Wenn alle Bilder der Welt, die als Werke von Andreas oder seinem Bruder Oswald Achenbach ausgegeben werden, tatsächlich auch von diesen stammen würden, "dann müssten die heute noch malen" ,
zitiert Pöppmann eine bekannte Expertenmeinung. Darüber hinaus lebte Achenbach vorrangig in Düsseldorf und war evangelisch. 1848 hatte er Luise Lichtschlag geheiratet und ob diese aus Recke stammte, ist doch
sehr zweifelhaft. Und sein Sohn Max, genannt "Alvary" , der später ein bekannter Opernsänger wurde, kam erst 1858 zur Welt. Das Bild soll laut Signatur aber bereits 1850 entstanden sein, was die Geschichte,
dass es aus Dank für die Geburt gemalt worden ist, sehr unglaubwürdig macht.
Pöppmann betrachtet das Gemälde daher mit großer Skepsis, es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine recht dreiste Fälschung
ohne besonderen Wert. Andernfalls wäre es den Kunstexperten des Bistums Münster auch sicherlich schon aufgefallen.
Trotzdem möchten Pöppmann und Ostendorf gern ein wenig Licht in das Dunkel, das
dieses Werk umgibt, bringen. Denn nach Pöppmanns Kenntnisstand befindet es sich schon sehr lange in Recke und hing bereits in der alten St.-Dionysius-Kirche, dem heutigen Jugendheim: "Es muss dann von der
alten Kirche in die neue mit hinübergenommen worden sein." Und daher ist die Suche nach dem tatsächlichen Urheber des Bildes nur eine von vielen spannenden Fragen.
Wer Näheres zu dem angeblichen Gemälde
von Achenbach beisteuern oder die Geschichten um das Bild bestätigen kann, möge sich bei Klaus Pöppmann, Telefon 0 54 53/ 16 02, melden.Text und Fotos: Jan-Herm Janßen, Ibbenbürener Volkszeitung.
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